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„Bei Fieber fair bleiben“

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert die Betriebe zu mehr Verständnis bei Krankmeldungen auf.

Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben  - dafür brauche es mehr Verständnis seitens der Arbeitgeber.

Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben - dafür brauche es mehr Verständnis seitens der Arbeitgeber.

Bild: NGG, Nils Hillebrand

Landkreis Rotenburg. „Zu oft und viel zu schnell werden Beschäftigte, die sich krankmelden, in die ‚Blaumacher-Schublade‘ gepackt“, kritisiert Steffen Lübbert, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Lüneburg. Deshalb fordert die NGG Lüneburg quer durch alle Branchen, dass die Betriebe im Landkreis Rotenburg mehr Verständnis bei Krankmeldungen zeigen.

Besonders die Krankschreibung per Telefon ist den Arbeitgebern oft ein Dorn im Auge. In ihr sehen sie einen Grund für viele Krankmeldungen. „Dabei zeigt eine aktuelle Studie der DAK, dass die neue Art der Krankschreibung so gut wie keinen Einfluss auf den Krankenstand hat. Ich sehe eher alternde Belegschaften und arbeitsbedingte Überforderung als Gründe für die vielen Krankmeldungen“, so Lübbert. Deshalb appelliert er: „Bei Fieber fair bleiben“.

Wenn sich kranke Arbeitnehmer zur Arbeit schleppen, würden sie sich zum einen selbst keinen Gefallen damit tun und zum anderen riskieren sie, ihre Kollegen anzustecken. „Gesundheit am Arbeitsplatz ist kein ‚Nice-to-have-Faktor‘. Gesundbleiben ist ein Muss für den Job. Vor allem darf die Arbeit selbst nicht krank machen“, warnt Lübbert. Deshalb sei es wichtig, insbesondere auch auf Stress zu reagieren. Dieser entstehe oft durch fehlende Pausen und durch Arbeitszeiten, die zur Belastung würden.

„Aber auch schlecht ausgestattete Arbeitsplätze sind ein wichtiger Punkt: vom billigen Bürostuhl bis zum permanenten schweren heben“, sagt Lübbert. Um die Arbeit zu erleichtern, müssten Betriebe investieren. Er ist überzeugt: „Wer an Dingen spart, die den Job einfacher machen und die Gesundheit schonen, spart am falschen Ende.“

Zusätzlich sollten auch „Ein-Tages-Krankmeldungen“ ernst genommen werden. Es gebe tage, da ist die Arbeit einfach nicht machbar, sei es durch Migräne oder Menstruationsbeschwerden. Dafür sollte es mehr Verständnis geben.

Entscheidend bei allen Fällen sei, dass der Lohn vom ersten Krankheitstag an fortgezahlt werde. „Die Fortzahlung wurde Mitte der 1990er hart erkämpft und in Tarifverträgen festgeschrieben. Wer da ran will, sollte sich auf was gefasst machen“, so Lübbert.


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