Ralf G. Poppe

Landkreis investiert 75 Millionen Euro in Schulneubau

Bremervörde. Nach dem neuen Campus für die Haupt- und Realschule sowie Plänen für den Grundschulneubau nimmt jetzt auch der Neubau für das Gymnasium und die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Bremervörde Gestalt an.

Bild: Tina Garms

Kürzlich gaben die zuständigen Ressortleiter von Landkreis und den beteiligten Firmen in der Aula des noch existenten „Altbaus“ bekannt, wer wann die Arbeiten vom Neubau der BBS bzw. des Gymnasiums realisieren darf.
 
Zuschlag für die Goldbeck Nord GmbH aus Bielefeld
 
Am 8. Oktober wurde im Kreistag einstimmig beschlossen, dass die Goldbeck Nord GmbH aus Bielefeld den Zuschlag als Generalunternehmer erhalten soll, weil die Firma das beste Konzept für ein Gesamtpaket abgegeben hatte. Kompaktheit, Qualitätsmerkmale, Städtebau und Architektur sowie der Preis gaben im Gesamtbild den Ausschlag für die Entscheidung.
Im Detail erläuterte Goldbecks Teamleiter für Schulen, Architekt Siegfried Wendker, die Konzeption, an deren Planung zudem Helmut Dohle von der Braunschweiger Firma Dohle + Lohse beteiligt war. Weiterhin waren für den Landkreis Rotenburg Andreas von Fintel vom Amt für Gebäudemanagement und natürlich Landrat Hermann Luttmann vertreten. Letzterer bezeichnete das Bauvorhaben bereits vorab als sicherlich größtes Bauprojekt in der Historie des Landkreises.
 
Schulleitung mit Lösungen zufrieden
 
Bereits 2015 hatte es erste Überlegungen gegeben, eine Sanierung bzw. einen Neubau der Gebäude in die Wege zu leiten. Der Landkreis hatte in einer Bewertung der vorhandenen Räumlichkeiten diverse Mängel, hohe Betriebskosten sowie einen zukünftigen Flächenbedarf festgestellt, der mit den derzeit bestehenden Gebäuden nicht zu realisieren gewesen wäre. So entwickelte der Landkreis mit den Schulen Konzepte zur zukünftigen Entwicklung des Schulstandortes.
Weiterhin wurde eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung für die Varianten Um- oder Neubau in Auftrag gegeben. Eine Lenkungsgruppe mit Vertretern aller Kreistagsfraktionen, Kreisverwaltung sowie der Schulen wurde gegründet, um die strategischen Ziele zum künftigen pädagogischen Konzept, zur Schulentwicklung, zu Qualitäten und Standards festzulegen. Im Ergebnis entschied man sich schließlich für einen Neubau.
Schulleiterin Bjela Witassek lobte das Verfahren, die BBS sehr früh mit einzubeziehen. Sie findet, man könne gut mit der nun geplanten Lösung leben, die meisten Wünsche ihrerseits hätten Berücksichtigung gefunden. Auch Dr. Uwe Strohbach, Studiendirektor und Kommissarischer Schulleiter am Gymnasium, bestätigte, dass nahezu alle Innovationen der Schulen berücksichtigt worden wären.
 
Die Konzeption
 
Das Konzept sieht für die zwei Gebäudeabschnitte von Gymnasium und BBS eine gemeinsame, dreigeschossige „Markthalle“ vor, die beide Schulzweige verbindet. Diese Halle soll zugleich Aufenthaltsbereich, Treffpunkt, Veranstaltungsraum sein, zudem einen Kiosk enthalten. Sollten Schüler*innen im Rahmen von Schulprojekten Produkte verkaufen dürfen, wäre auch das Vorhaben in der Markthalle angesiedelt.
Die zur BBS gehörende Schule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten sowie das Medienzentrum ziehen aus der Bahnhofstraße mit in die neuen Gebäude ein. Räume, die für den Unterricht in naturwissenschaftlichen Fächern vorgesehen sind, werden gemeinsam von beiden Schulformen genutzt.
Auf dem Außengelände werden u.a. Sport- und Aufenthaltsflächen sowie zusätzliche Stellplätze für PKW und Fahrräder entstehen. Die Sporthalle bleibt zwar in ihrer jetzigen Form bestehen, doch werden die Unterrichtsräume im Obergeschoss saniert werden, um dort zukünftig Musikunterricht abhalten zu können.
 
Verschiedene Bauabschnitte
 
Die Umsetzung des 75-Millionen-Großprojektes wird nun in mehreren Bauphasen erfolgen. Im ersten Bauabschnitt soll der Neubau des Gymnasiums ab Frühsommer 2021 bis Ende 2022 realisiert werden. Anschließend ist der Rückbau des derzeit bestehenden Gymnasiums vorgesehen. Im dritten Bauabschnitt soll bis Ende 2024 der Neubau der BBS abgeschlossen werden. Danach erfolgt auch dort der Rückbau der alten Gebäude. Zu Beginn des Jahres 2025 rechnet man mit der Fertigstellung der Außenanlagen im Bereich der ehemaligen BBS.
 
Zahlen und Daten
 
Die neuen Schulgebäude werden klimaschonend beheizt werden und mit Belüftungsanlagen sowie LED-Beleuchtung versehen sein. Der Gesamtkomplex wird im Vergleich zu dem angrenzenden Campus der Haupt- und Realschule etwas zurückhaltender und klarer im Erscheinungsbild wirken, denn bei der Fassade hat man sich für unaufdringliche Ziegel entschieden.
Das neue Gymnasium ist für 738 Schüler*innen plus 80 Lehrer*innen geplant. Das genaue Datum der Fertigstellung ist derzeit auf den 21. Oktober 2022 terminiert. Die BBS soll ab dem 20. September 2024 1.092 Schüler*innen sowie 108 Lehrer*innen beherbergen. Die Bruttogeschossfläche beträgt insgesamt 25.100 Quadratmeter, der umbaute Raum 113.000 Kubikmeter. Die Außenanlagen mit Fertigstellung zum 8. Mai 2025 beinhalten ungefähr 52.000 Quadratmeter. Die Freianlagen wurden von der Landschaftsarchitektin Franziska Schadzek der NSP-Landschaftsarchitekten geplant.


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