Lion Immoor

Mit Findorff zurück in die Zukunft

Mit Moorkommissar Findorff durch Zeit und Torf: Ein Schulprojekt macht Klimaschutz erlebbar – zwischen Moor-Parkour, Escape-Room und Zukunftsfragen.
Moorkommissar“ Jürgen Christian Findorff begegnet einem Landvermesser aus dem heutigen Teufelsmoor: Corinna Ahrensfeld (li.) und Schülerpraktikantin Charlotte Lühmann von der BioS

Moorkommissar“ Jürgen Christian Findorff begegnet einem Landvermesser aus dem heutigen Teufelsmoor: Corinna Ahrensfeld (li.) und Schülerpraktikantin Charlotte Lühmann von der BioS

Bild: Limo

Pennigbüttel.  In einem Schauspiel begegnet der „Moorkommissar“ Jürgen Christian Findorff einem Landvermesser aus dem heutigen Teufelsmoor. Die Osterholzer Berühmtheit erzählt von seinem bewegten Leben und dem damaligen Auftrag, das Moor langfristig zu kultivieren. Anschließend geht es mit neuen Informationen im Gepäck in die Turnhalle, wo gemeinsam ein Moor-Parkour überquert wird. Voller Spaß und Wissensdurst stürzen sich die Drittklässler:innen ins Geschehen, beantworten Quizfragen und sammeln Moosbeeren für ihr Team.

So sieht ein Projekttag der Biologischen Station an der Grundschule Sonnentau in Pennigbüttel aus. Mit dem aktuellen Angebot „Mit Findorff zurück in die Zukunft“ besuchen Frauke Schmidt, Corinna Ahrensfeld, Schülerpraktikantin Charlotte Lühmann und ihre Kolleg:innen Schulen im gesamten Landkreis, um jungen Menschen die Osterholzer Moorregion näherzubringen. Gemeinsam spricht man über den Klimawandel, extreme Wetterereignisse und beantwortet die Frage, warum wir Findorffs trockengelegte Moore heute wiedervernässen.

Besuch an 25 Schulen geplant

„Mit dem Projekt haben wir neu begonnen und in dieser Woche Grundschulen in Worphausen, Grasberg, Scharmbeckstotel, Pennigbüttel und Osterholz besucht“, berichtet Frauke Schmidt. In den kommenden zwei Jahren schaue man dann an jeweils zehn weiteren Schulen vorbei, sodass insgesamt 25 Schulklassen mit dem „Moorkommissar“ zurück in die Zukunft reisen dürfen. „Bei einem gemeinsamen Brainstorming sind wir recht schnell zum Teufelsmoor und Moorschutz gelangt, da uns die Themen bei der Arbeit ständig begleiten und sich mittlerweile wieder einiges im Landkreis tut“, so Schmidt.

Vier Projekttage im Jahr

Durchgeführt wird das Schulprojekt an vier Tagen, verteilt über das gesamte dritte Schuljahr. „Drei Module durchläuft dabei jede Klasse, während beim letzten Projekttag ein Schwerpunkt aus verschiedenen Themen gewählt werden kann“, erläutert Schmidt. Nach der Einführung mit Jürgen Findorff geht es am zweiten Tag ins reale Teufelsmoor. Dort erkunden die Schüler:innen eine Moorfläche, begegnen moortypischen Pflanzen, spannenden Tierarten und erfahren mehr über das Leben der ersten Siedler:innen. Am dritten Tag schlägt man dann den Bogen zum heutigen Wetter, erarbeitet klimatische Folgen der Moorentwässerung und spricht über den Prozess der „Umkehrung“.

„In Pennigbüttel widmen wir uns am vierten Projekttag dem Thema Kartografie, wobei die Kids eine eigene Landkarte erstellen und einen versteckten Schatz des Gegnerteams finden müssen“, erklärt Schmidt. Weitere Wahlmodule beschäftigen sich mit der Tier- und Pflanzenwelt des Moores, der Vogelwelt oder mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Moorflächen als Paludikultur. Zum Abschluss gibt es für alle Schüler:innen die Möglichkeit, ihr Wissen in einem spielerischen Escape-Room unter Beweis zu stellen.

Überzeugendes Projekt

Gefördert wird das Moorprojekt von der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung und dem Klosterholz-Verein. „Außerdem unterstützen uns der Heimatverein Ströhe/Spreddig und das Katasteramt mit interessanten Plakaten, Vermessungsgeräten und typischer Kleidung damaliger Landvermesser“, freut sich Schmidt.

Lehrerin Angela Köhler zeigt sich ebenso begeistert vom Aktionstag der Biologischen Station wie ihre knapp 20 Drittklässler:innen. „Durch unsere langjährige Zusammenarbeit mit der BioS sind unglaublich schöne Projekte entstanden, viele Gesichter sind mittlerweile bekannt, und die Kinder haben mit großer Vorfreude auf den heutigen Tag hingefiebert“, berichtet Köhler. Eine fachliche Vorbereitung habe es nicht gegeben – vielen Schüler:innen sei der Name Findorff dennoch ein Begriff. Besonders überzeugend findet sie den Nachhaltigkeitsaspekt des Moorprojekts, da sich der Unterricht in Pennigbüttel ohnehin an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN orientiere. „So fragen wir uns jetzt einmal mehr, wie wir gemeinsam die Welt retten oder zumindest ein Stück besser machen können“, sagt Köhle.


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