

Mit dem Bescheid bekommt die Stadt auch die erste Fördermittelrate in Höhe von 540.000 Euro. „Das Besondere an der Städtebauförderung ist, dass die Kosten jedes Jahr in Raten bewilligt werden. Umfangreiche Sanierungen wie hier in Osterholz-Scharmbeck ziehen sich über viele Jahre hin. Es ist ein Sanierungszeitraum von zehn Jahren vorgesehen“, erklärt Monika Scherf, die beim Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg unter anderem für die Vergabe von Fördermitteln zuständig ist.
Zwei Drittel der Kosten von städtebaulichen Erneuerungsvorhaben werden im Rahmen des Programms übernommen, das Geld stammt je zur Hälfte vom Land Niedersachsen und vom Bund. Das verbliebene Drittel muss die Stadt mit Eigenmitteln aufbringen. „Das können auch private Investoren sein“, sagt Bürgermeister Torsten Rohde.
„Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Politik das mitgetragen hat“, erinnert Rohde an den Beschluss zum „Rahmenplan Innenstadt“, der seinerzeit in der letzten Ratssitzung vor der Kommunalwahl 2016 erfolgte. Von den ersten Ideen zur Innenstadt im Jahre 2014 bis zur Bewerbung für die Städtebauförderung sind vier Jahre ins Land gegangen. „Das ist für so ein Vorhaben sehr schnell“, weiß Stadtplaner Stefan Kamischow.
Den ländlichen Raum entwickeln
„Die Sanierung wurde intensiv und mit breiter Beteiligung vorbereitet“, lobte Monika Scherf die Arbeit der Verwaltung, insbesondere in Hinblick auf die enge Kooperation mit der Kirche und die Bürgerbeteiligung. „Unser Anliegen ist es, den ländlichen Raum zu entwickeln. Dafür brauchen wir Mittelstädte, die attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten, als Anker. Deshalb unterstützen wir das gerne“, so Scherf.
Bevor konkrete Maßnahmen starten, kommt auf Verwaltung und Politik noch weitere Papierarbeit zu. In der nächsten Ratssitzung steht die Sanierungssatzung auf der Tagesordnung. Später muss ein Sanierungsträger ausgeschrieben werden, der den gesamten Prozess verwaltet. „Anfangen werden wir vermutlich im Bereich Hinter der Wurth“, stellte Bürgermeister Rohde in Aussicht. Dort ist bereits im letzten Jahr eine Stützmauer erneuert worden.
Insgesamt hat die Stadtverwaltung acht Handlungsfelder definiert, zu den wichtigsten Themen gehören Aufenthaltsqualität, Verkehr und Innenstadteingänge. Unerlässlich ist die enge Zusammenarbeit mit der Kirche, die neue Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Kirchenstraße plant. Die entsprechenden Grundstücke gehören aktuell der Stadt und der Stadtentwicklungsgesellschaft. „Da wird voraussichtlich ein Flächentausch kommen. Dann haben wir auf der anderen Seite städtebaulich tolle Möglichkeiten“, sagt Torsten Rohde.
Es ist nicht das erste Mal, dass Osterholz-Scharmbeck in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen wird. Die Innenstadt war bereits von 1975 bis 1998 Teil des Programms. Damals wurden die Fußgängerzone und der Markplatz mit den Fördermitteln gestaltet.