Mareike Kerouche

Heimat Shoppen 2019 - Statement von Citymangerin Bärbel Hensel

„Innenstadt bewegt (sich)“ - Unter diesem Motto stehen die diesjährigen Aktionstage zur Imagekampagne Heimat shoppen, an der auch wir uns in Bremervörde wieder beteiligen.

 
Damit soll das Bewusstsein für den Handel vor Ort geweckt werden. Das gilt für Bürger und Gewerbetreibende gleichermaßen, denn auch die Geschäftswelt muss sich „bewegen“, um in Zeiten des zunehmenden Onlinehandels im Wettbewerb zu bestehen.
Zunehmende Mobilität und der Wunsch nach Erlebnissen haben unser Freizeit- und Einkaufsverhalten in den letzten Jahren verändert. Städte werden immer mehr zum Freizeitgestalter. Diesem Trend werden wir in Bremervörde schon seit vielen Jahren gerecht. Stadtfeste und Ladenhütermärkte sind stets mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden und sorgen auch überregional für Anziehungskraft auf Bremervörde. Während des Weihnachtsmarktes locken viele Geschäfte mit verlängerten Öffnungszeiten am Abend, und auch Besucher des herbstlichen Gartenzaubers am Bachmann Museum können im Anschluss dank Sonntagsöffnung durch die Geschäfte unserer Stadt bummeln.
Mit unserem Kaufverhalten beeinflussen wir unser Lebensumfeld und entscheiden darüber, welche Geschäfte überleben und sich trotz Internet-Konkurrenz am Markt behaupten können. Häufig geben wir jedoch dem Drang nach Bequemlichkeit nach und lassen uns vieles bis vor die Tür liefern. Dabei ist doch der Einkauf in den Geschäften vor Ort mit vielen Erlebnissen verbunden: Ware anfassen, sehen, riechen, testen, sich inspirieren lassen, und dazu die fachliche Beratung und der persönliche Kontakt zum Kunden, vielerorts verbunden mit einem freundlichen Gespräch bei einer Tasse Kaffee. Diese und weitere Stärken sollen die Gewerbetreibenden an den Aktionstagen verdeutlichen. Langfristig wird es aber darauf ankommen, mit Kreativität, Ideen und Engagement neue Einkaufserlebnisse zu kreieren, auch unter Berücksichtigung der neuen Medien.
Die entscheidende Strategie: Die Vorteile der Offline-Welt mit den Annehmlichkeiten des digitalen Einkaufens verknüpfen. Dazu müssen Geschäfte im Internet sichtbar werden und Kunden die Möglichkeit geben, sich vorab über ein bestimmtes Produkt, eine Dienstleistung oder einfach nur über die Öffnungszeiten zu informieren. Darüber hinaus können Händler mit (Online-)Angeboten Anreize schaffen, damit die Kunden ihr Geschäft aufsuchen. Das können bestimmte Serviceleistungen sein, Preisangebote oder der Hinweis auf einen besonderen Lieferservice. Wichtig ist, dass diese Stärken herausgestellt und kommuniziert werden. Eine Buchhandlung in Bremervörde liefert übrigens am nächsten Tag, und kann mit diesem Service durchaus mit Amazon und Co. mithalten.
Doch zurück zum Begriff „Heimat shoppen“ und der Frage, was „Heimat“ eigentlich bedeutet. Hierbei kann es sich sowohl um ein geographisches Gebiet als auch um ein Gefühl handeln, mit einer bestimmten Gemeinschaft eine hohe Identifikation aufzuweisen. Entscheidend ist wohl, wo man sich verwurzelt fühlt. Bei der IHK-Initiative „Heimat­shoppen“ geht es geographisch darum, Unternehmen regional zu unterstützen, damit sie im globalen Wettbewerb bestehen können. Gleichzeitig ist es für eine Gemeinschaft gerade vor Ort von existentieller Bedeutung, sich gegenseitig zu unterstützen, wie in einer intakten Familie.
Was sich gerade hierzu in Bremervörde und Umgebung bisher an Initiativen gezeigt hat, um die „Heimat“ in diesem Sinne zu stärken, lässt sich anhand von einigen Beispielen verdeutlichen. So engagieren sich bestimmte Händler regelmäßig finanziell für unsere Sportvereine. Jeder Kauf bei diesen Unternehmen kommt den Vereinen zugute, die wiederum die Förderung unserer Kinder und Jugendlichen im Fokus haben. Doch das Engagement unserer Firmen geht teilweise deutlich darüber hinaus. So hat das Autohaus Spreckelsen im April dieses Jahres einen Jazzfrühschoppen veranstaltet. Unsere Region hat davon zweimal profitiert. Zum einen konnten unsere Bürger eine attraktive Veranstaltung vor Ort besuchen. Zum anderen wurden die Erlöse des Autohauses der Bremervörder Tafel „Tandem e.V.“ gespendet. Als weiteres Beispiel mit „doppeltem“ Engagement möchte ich die Organisatoren des „Stand Up“ nennen. Hier engagieren sich junge Bremervörder Unternehmer für eine Plattform, die interessierten Menschen die Möglichkeit bietet, sich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen. Zahlreiche Veranstaltungen wie Musikkonzerte oder interessante Vorträge, die in diesem Rahmen stattfinden, könnten ohne finanzielle oder ehrenamtliche Unterstützung kaum durchgeführt werden. Ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Heimat leisten zahlreiche Händler, indem sie Produkte aus der Region anbieten. So gibt es beispielsweise bei EDEKA landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Gemüse, Obst, Eier etc. direkt vom Bauern „um die Ecke“. Herr Böttjer wiederum engagiert sich für viele Vereine am Ort. Darüber hinaus profitieren regelmäßig Schulen und Kindergärten von kostenlosen Lieferungen mit Obst aus der Region. Ein weiteres Beispiel für die gegenseitige Unterstützung vor Ort ist ein Eiscafé in der Fußgängerzone. Dort wird das Eis mit frischer Milch von Kück´s Milchhof aus Langenhausen herstellt. Um diese und viele weitere Beispiele geht es bei der Imagekampagne „Heimat shoppen“.
Wir vom City- und Stadtmarketingverein Bremervörde hoffen, unsere Bürger davon überzeugen zu können, dass „Heimatshoppen“ wenig mit der Entscheidung zu tun hat, online oder offline einzukaufen. Es geht vielmehr darum, dass jeder ausgegebene Euro in unserer Region eine vielfältige Wirkung haben kann, die allen Bürgern in mehrfacher Weise zu Gute kommt.
Es lohnt sich also, während der Aktionstage einmal ganz bewusst die Angebote vor Ort wahrzunehmen und zu entdecken.


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