

In Niedersachsen engagieren sich viele Ernährungsräte seit Jahren rein ehrenamtlich für gesunde, nachhaltige Ernährung. Ab sofort gibt es für dieses Engagement eine neue organisatorische Basis: Seit Dienstag, 1. April, hat das Netzwerk der Ernährungsräte Niedersachsen e.V. eine eigene Geschäftsstelle. Gefördert wird sie mit 120.000 Euro über zwei Jahre durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Professionelle Struktur für mehr Wirkung
Ziel der Förderung ist es, eine dauerhafte und effektive Struktur auf Landesebene zu etablieren. Die Leitung übernimmt Stefanie Heidenreich. Sie bringt umfangreiche berufliche Erfahrungen aus dem Bereich ökologischer Landbau und Nachhaltigkeitskommunikation sowie aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Ernährungsrat Göttingen mit. Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte betont:
„Mit einer regionalen und saisonalen Ernährung kann jede und jeder Einzelne etwas für die eigene Gesundheit, die Gesellschaft und den Planeten insgesamt bewegen. Die Ernährungsrätinnen und -räte sind Lotsen auf diesem Weg. Ich wünsche Stefanie Heidenreich viel Erfolg dabei, durch die neue Geschäftsstelle die wichtige Arbeit in Niedersachsen besser zu strukturieren und voranzubringen.“
Ehrenamt mit Wirkung – konkret vor Ort
Der Ernährungsrat Niedersachsen wurde im Dezember gegründet. Die Aktiven beraten Schulen und Kitas, organisieren Kochkurse, pflanzen Gemüse in Stadtteilgärten, verarbeiten Lebensmittelreste bei öffentlichen Schnibbelaktionen zu gesunden Gerichten oder laden zu Veranstaltungen über Böden, Wasser oder Artenvielfalt ein. Auch Hofbesuche und Beiträge zu kommunalen Ernährungsstrategien gehören dazu. Dabei verstehen sich die Ernährungsräte als zivilgesellschaftliches Netzwerk, das Brücken schlägt zwischen Erzeugung, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und Verbrauch.
Sichtbarkeit, Vernetzung, Kooperation
Für die kommenden zwei Jahre nennt das Netzwerk fünf Schwerpunkte:
- Ausbau der Aktivitäten in ganz Niedersachsen
- Mehr Sichtbarkeit im Austausch mit Bürger:innen, Politik und Verwaltung
- Landesweite Vernetzung entlang der gesamten Ernährungskette
- Etablierung als zivilgesellschaftlicher Partner von Land und Kommunen
- Kooperation mit Einrichtungen wie dem Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN)
„Auftrieb für unsere Arbeit“
Peter Wogenstein, Sprecher des Netzwerks, dankt ausdrücklich für die Unterstützung:
„Nach über drei Jahren rein ehrenamtlicher Arbeit gibt uns die Geschäftsstelle echten Auftrieb. Sie ermöglicht Personal, Sachkosten und eine Vielzahl von Veranstaltungen im ganzen Land.“
Auch in Zukunft will sich das Netzwerk als kompetenter Ansprechpartner für Politik und Verwaltung einbringen – etwa zur Gemeinschaftsverpflegung und für eine beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung. Dabei steht der Grundsatz: Gesund, möglichst bio, regional und saisonal – und verstärkt pflanzenbasiert.
Die Botschaft bleibt: Ernährung betrifft uns alle – und beginnt im Kleinen.